Kindermund
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Kurze Erklärung zu den folgenden Geschichtchen: Hanna und Helmut sind die Großeltern aus Hannover-Linden, Hanni und Hans die Alfelder Großeltern. Susanne und Peter die Eltern des kleinen Wusels Jonathan - im weiteren auch Jon genannt - da der Name so lang ist.

   
 

Oktober 2000
Hanna und Helmut fahren nach Alfeld um seiner Einladung zu folgen. Hanna bringt ihm ein Märchenbuch (Diorama) mit. Der standhafte Zinnsoldat'. Jonathan findet es ganz toll. Immer und immer wieder sieht er es sich an. Es wird ihm vorgelesen. Als es spät wird, wollen die Hannoveraner wieder nach Hause fahren. Jon ist schon ausgezogen und soll ins Bett. Aber er hat noch nicht 'Gute Nacht' gesagt. "Tschüss! Kommt gut nach Hause aber das schöne Buch bleibt hier!"


 
  Januar 2001
Jonathan tobt mit Helmut im Schlafzimmer rum. Hanna hat am Schrank auf einem aufblasbaren Bügel einen Pullover hängen. Jonathan zieht daran herum. Helmut meint: "Lass das Jon, sonst geht der Bügel kaputt!" Nun aber erst recht und einmal kräftig daran gezogen und knacks ist der Plastikaufhänger abgebrochen. "Auweia, nun ist er kaputt!" meint Helmut. Jon im riesengroßen Vertrauen auf die Künste handwerklicher Tätigkeiten seines Opas meint: "Opa macht heile!" "Nein, das kann ich nicht!" verklickert ihm Opa Helmut. Jon meint dann ganz leise: "Opa macht heile - Opa Hans!" Wie ich schon sagte, RIESENGROSSES Vertrauen in die Handwerkskünste seiner Opas!


   
 


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Guck mal Balu!

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Ich glaube die...

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Blumen brauchen Wasser!

   
 


13.06.2001
Jonathan ist mit seiner Oma-Alfeld im Garten und hilft ihr. Als sie fertig sind, hat Hanni ein paar Abfälle für die grüne Tonne in der einen Hand und meint zu ihm: "Mach mir doch bitte mal die grüne Tonne auf!" Darauf hin denkt er einen Moment nach und meint dann: "Nein, du hast ja noch eine Hand frei!" Völlig logisch oder?

 

 

 
 


Im April flogen die Eltern mit Jonathan in die Türkei. Sie kommen früher zurück und haben noch ein paar Tage Urlaub. Jonathan soll aber in den Kindergarten. Darauf hin meint er: "Nein ich will nicht! Ihr habt Urlaub und ich ...?" So ungefähr wie, ... ich muss zur Arbeit/Kindergarten.


   
  Jonathan hat Husten und sein schwarzer Freund Willi (Kater) ist auch ein bisschen krank und letzterer soll dann zum Tierarzt. Jon will mit, aber: "Ich muss nicht zum Tierarzt, ich muss zum Kinderarzt."

   
 


Jonathan bekommt einen wunderschönen Schrank von seinem Opa-Alfeld. Einen Janosch-Schrank. Als er gebracht wird ist er ganz aufgeregt und ruft nach seiner Mutter und Oma. Susanne hat keine Zeit. Also dann Oma. "Los Oma, los, zack, zack!" Aber Mama wie Oma ist der Schrank ja auch zu schwer und er solle doch auf den Opa warten, der komme gleich (vom Örtchen). Darauf hin flitzt Jon schon mal schnell nach oben - und als sie den Schrank hochbringen, hat er seinen alten Schrank auf seine Art ausgeräumt. Er hat alle Sachen über Kopf hinter sich geschmissen und im ganzen Zimmer verteilt. Als der Schrank dann aufgebaut dasteht, will er ihn auch selbst wieder einräumen. Tür auf und zack zack alles wieder rein. Er schmeißt seine Klamotten hinein. Tür zu und--- "Passt!" Das war sein kurzer Kommentar.

 

 
 

Susanne ist mit Jonathan im Mai in Alfeld zum einkaufen. Er will unbedingt einen Dino oder eine Pokemonfigur haben. Susanne meint zu ihm: "Nein, ich kaufe dir nichts, du hast doch selber Geld." "Nein," meint Jonathan, "ich habe kein Geld, mein Geld ist auf der Bank. Du hast Geld." Jon geht immer mit, wenn sein Sparschwein oder Sparigel geleert wird.

   
 
Mai 2001 - Sonntag
Susanne ist zur Arbeit und Peter legt Jonathan hin (sie haben gegessen). Peter meint zu ihm: "Ich lege mich auch noch etwas hin, schlaf schön!" Peter geht ins Schlafzimmer und macht (dummerweise) die Tür zu. Er hört ihn noch eine ganze Weile sich selbst was erzählen und rumklötern und schateken, denkt sich jedoch nichts dabei (obwohl er seinen Sohn doch inzwischen besser kennen sollte) und schläft ein. Als er nach einiger Zeit wach wird und denkt, ist ja alles noch ruhig und still, muss doch mal sehen ob er noch schläft, er kommt auf den Flur und findet, dass es sehr seltsam riecht. Jonathan ist nicht in seinem Bett und auch nicht in seinem Zimmer. Auch nicht im Wohnzimmer und nicht in der Küche oder auf dem Klo. Aber die Badezimmertür ist zu, aha, also ganz leise die Tür auf und da steht... Jonathan splitterfasernackt auf einem Stuhl und hat sich und das Waschbecken und die Fliesen und den Stuhl und vor allem Willi (seinen Kater-Freund) vollkommen mit Ringelblumensalbe eingeglibbert!!! Als Peter nach einer Schrecksekunde ihn fragt: "Was soll denn das?" "Macht Mama auch immer!" Peter hat dann sehe, sehr, sehr lange gebraucht um alles wieder abzuwaschen es war eine große Dose und auch noch halb voll (gewesen - nun war sie leer). Willi brauchte noch länger und hat stundenlang an sich herumgeleckt und war damit noch beschäftigt bis Susanne nach Hause kam. Armer Willi und armer Peter!


   
  Mai 2001
Jonathan hat kurz vor dem zu-Bett-gehen im Wohnzimmer noch angefangen seine Eisenbahn und seine Ritterburg aufzubauen. Susanne meinte, wenn er dann aber nicht auch alles wieder aufräumen würde, lese sie ihm keine Gute-Nacht-Geschichte vor. Jon schwieg dazu. Als er dann im Bett lag und Susanne noch einmal nach ihm sehen wollte, hatte er das Licht an und sein Buch auf dem Schoß. In der Stube hatte er seine Spielsachen natürlich nicht weggeräumt. "So," meinte Susanne zu ihm, "nun kann ich dir nichts mehr vorlesen, du hast ja deine Spielsachen nicht aufgeräumt. Gute Nacht Jonathan, schlaf gut! Vorlesen kann ich dir ja nicht mehr, denn alles liegt noch in der Stube rum." Darauf hin kam von ihm die Aufforderung: "Mach nicht das Licht aus, Mama" "Warum nicht?" "Ich lese mir selbst was vor!" Tja, selbst ist der junge Mann, auch wenn er noch klein ist. Damit konnte sie ihn nicht treffen. Alles klar?


   
 


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Papa. was machst du da?


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Ich habe schon fertig Oma!


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Hallo, ich bin der Kindermund!

 
 

Mai 2001
Jonathan sieht wie Peter seinen Stundenzettel ausfüllt. "Was machst du da?" "Papa schreibt seinen Stundenzettel für die Arbeit." "Ich will das auch machen." Er bekommt einen Zettel. Minutiös und ganz genau, ohne über die Ränder hinaus zu schreiben, trägt Jon in jedes Kästchen klitzekleine Krickelchen ein. "Hast du prima gemacht!" - Ein paar Tage später kommt Hanni in die Stube und Jonathan hat Omas Kreuzworträtsel ebenso minutiös mit klitzekleinen Krickelchen ausgefüllt. "Ja was machst du denn da?" "Guck mal Oma, ich habe schon alles fertig!"

   
 


27. Juni 2001 (Siebenschläfer + Mittwoch)
Was ist O-Ton Jonathan?
Seit Montag hat Jonathan Scharlach und vielleicht auch Windpocken. Gestern ging es ihm schon wieder so einigermaßen und hatte auch kein Fieber mehr. Dank Antibiotika! Heute rief Peter an und erzählte, "Ja, ja, es geht ihm schon wieder ganz gut. Jonathan war mit mir bei Oma und Opa unten. Ich saß auf der Terrasse in der Sonne und Jon kam raus, in der einen Hand ein Gummibärchen in der anderen Hand ein Duplo." "Willst du auch ein Duplo Papa?" "Ja!" "Musst du reingehen und dir eins holen!"


   
 

Juni 2001
Mittags wird Jonathan von Oma Hanni aus dem Kindergarten abgeholt. "Wenn du ausgeschlafen hast, fahren wir zur Heißmangel und holen die Wäsche ab. Du kommst mit." Der Kleinrocker vom Dienst: "Nein, ich komme nicht mit, ich habe keine Lust!" Als er nach dem Mittagessen und dem Schläfchen von Hanni mitgeteilt bekommt, dass nun die Fahrt zur Heißmangel angesagt sei, kommt der Spruch: "Ich habe dir doch schon vorhin gesagt, dass ich keine Lust habe und nicht mitkomme, hast du das denn schon vergessen?" Konsequent, konsequent - so wird man an seine altersmäßig bedingt schon langsam eintretende Schusseligkeit erinnert.

 

   
 

Juni 2001
Jonathan hat endlich die große Frage gelöst, woran man erkennt, wann ein Knäblein ein Mann ist: "Oma, ich bin jetzt auch ein Mann!" "Sooo, woran sieht man denn das?" Oma ist total interessiert auf die Erklärung. "Ich habe lange Beine!"

 

   
 

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...und das kann ich auch schon!


 
 

 

Juli 2001
Hanni ist mit Jonathan nach Alfeld zum einkaufen gefahren. Er darf sich in einem Geschäft ein Spielzeug aussuchen. "Ich möchte einen Dinosaurier haben!" "Nein," meint Hanni, "Du hast schon sooo viele, aber diesen schönen Baukasten hast du noch nicht." "Ja, dann nehme ich den, der ist schön." Dann muss Hanni noch zum Bäcker und fragt ihn ob er denn gern auch ein Rosinenbrötchen hätte. "Nein, ich habe doch schon was gekommen." Hanni ist sprachlos Kinnlade, das wäre ihr bei ihrem Sohn Peter niemals passiert, der hätte immer alles genommen. "Aber Jonathan, das war doch was zum spielen, ein Rosinenbrötchen ist doch was zum essen. Essen muss man immer!" "Na gut, dann bring mir eins mit." Er wartet im Wagen und Hanni kommt aus dem Geschäft und will den Korb in den Kofferraum legen, "Nein, nein, nicht in den Kofferraum legen, wenn du mir schon eins mitbringst, dann will ich es auch essen." Also kurze Fünfe und nicht lange gefackelt.

 

   
 

August 2001
Oma Hanni aus Alfeld hat erzählt, dass er manchmal zu ihr sagt: "Lass mich in Ruhe, ich habe jetzt keine Lust zu reden. Ich habe schlechte Laune!" So etwas von so einem kleinen Wusel zu hören ist schon putzig.

 

   
 

August 2001
Als ich eines abends mit Susanne telefonierte, Jon lag noch immer nicht im Bett. Ich wartete einen Moment bis sie ihn hingelegt hatte. Er quengelte noch rum und wollte unbedingt, dass das Licht an blieb. "Nein," meinte Susanne, "es ist schon 10 Uhr und es ist auch schon dunkel!" "Ja, jaa, jaaa, war es gestern Abend auch!" schrie Jonathan aus seinem Bett.

 

   
 

August 2001
Aufklärung a lá Jonathan (3 ¾ Jahre)
Helmut und Hanna aus Hannover sind von ihm eingeladen worden nach Alfeld zu kommen und ihn zu besuchen. An diesem Sonntag muss Susanne arbeiten, darum hat Hanna auch Kaffee und Kuchen mitgebracht und Benjamin (der Enkel N° I) ist auch mitgekommen. Hans will auch mit Kaffee trinken. Als wir alle am Tisch sitzen, kommt irgend wie das Gespräch auch auf das Thema Geschwister. Jonathan wird gefragt "Möchtest du auch eine Schwester oder einen Bruder kriegen?" Nach kurzer Überlegung meint er jedoch "Nein, Mama kriegt sie oder Hanna!" Tja, Männer eben nicht.

   
 

Dezember.2001
Oma in Alfeld sitzt im Wohnzimmer und will unbedingt was im Fernsehen sehen. Aber... Opa tobt mit Jonathan wie wild herum und der Krach ist unglaublich. Oma zieht sich in den sog. "Grünen Salon" zurück. Dort steht auch ein Fernseher und da hat sie Ruhe. Einige Zeit später erscheint Jonathan und fragt: "Oma, warum bist du hier ganz alleine?" "Bei dem Krach kann ich ja nicht fernsehen. Da war es mit zu laut!" "Ja, dann bleibe ich auch hier, mir ist es auch zu laut!" meint Jonathan und setzt sich. Also diese Opas, schrecklich wie laut die immer sind.
   
     
 

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Ich will meine Ruhe haben!


 
 

Februar 2002
Oma-Alfeld ist sauer, weil Jon immer seinen Kopf durch die Stäbe des Treppengeländers steckt und meint: "Du sollst nicht immer den Kopf da durchstecken. Sonst bekommst du ihn auf einmal nicht wieder raus und dann muss ich die Feuerwehr rufen. Die müssen dich dann da wieder heraus schneiden und die Stäbe zersägen." Jon schaut sie ungläubig an und dann kommt der vertrauensvolle Spruch: "Nein, brauchst du nicht rufen. Das macht Opa Hans!" Nach einer kleinen Weile meint er dann jedoch noch: "Und übrigens, du hättest ja auch ein Schild schreiben können!" "Was," meint Oma Hanni "du kannst doch noch gar nicht lesen" Jon ist ja erst 4 Jahre und 3 Monate alt. Aber die Antwort ist mal wieder vollkommen typisch für ihn und seine Logik: "Wieso, kennst du denn keine Schilder? So was wie Hund mit Popo durchgestrichen?" Hanni war mal wieder sprachlos.


Hanna aus Linden, 18.01.05

   
 

   
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