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Es ist schon ein wenig her. Es war ein Samstag und mein Gang über den Lindener Wochenmarkt war fällig, so wie jeden Samstag.


 

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Mal sehen. was heute amgebptem wird

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Lindener Nachtwächter Brunnen
 
 
Nicht, dass dort alles stets frisch und äußerst appetitlich angeboten wird, ja das ist auch sehr wichtig aber sehr schön ist eben auch, dass so viele 'Selbsterzeuger' hier einen Stand haben.

 
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Alles selbst gezogen
 
  Ich schloss also mein kleines rotes Flitzerad am Verkehrszeichen fest und nahm meine Einkaufstaschen aus dem Korb und wollte wie immer in der Mitte des Marktes anfangen. Ich orderte also u.a. 10 Eier, 500 g Champignons, diverse Gemüse und
4 Zitronen. Dann wollte ich bezahlen aber ich konnte meine Geldbörse nicht finden. Alle Taschen umgedreht, nichts! Ich hatte sie wohl zu Hause vergessen. Tja, was nun? Ich fragte bei dem mir gut bekannten Standinhaber 'Pilz-Peter' (ich nenne ihn so, er heißt eigentlich Kurt-Dieter Petschelies), ob er mir denn mal so 50 € leihen könnte? 'Aber klar!' kam die Antwort. So bezahlte ich also die bei ihm gekaufte Ware mit dem bei ihm geliehenen Geld. Ich ließ meinen Einkauf noch bei ihm an Stand stehen um ihn auf dem Rückweg mitzunehmen.
 
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Schätzelchen mit Frau und Schwiegersohn
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Eier von glücklichen Hühnern
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Fleischskandal, was ist das?
 
  So finde ich, dass ich jetzt hier also wirklich zu Hause bin. Wenn ich einkaufen gehen kann und mir das Malheur passiert und ich meine Börse vergesse und mir dann das Geld einfach leihen kann und meine Einkäufe tätigen, dass bedeutet also ZU HAUSE.  
 
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Gestern auf dem Feld, heute auf dem Markt

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Spanschachtel und co...

 
Dann suchte ich alle anderen Marktbeschicker auf. Den Fisch-Fritzen, die Brot- und Kuchenmäuse, den Stand von Oliven-Ulli mit der netten kleinen Polin, welche dort bedient, den Käsewagen mit seinen zwei reizenden Käsemäuschen (s.a. bei Gedichten, dort unter 'Alles Käse'), Apfel-Adolf, Kräuter-Lieschen, Blumen-Hofmann (mit den Blumen und Pflanzen, die gerade erst der Gärtnerei entsprungen zu sein scheinen) usw.  
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Hier gibs die besten Tomaten.
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Heinzi in den Blumen
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Das freundliche Kartoffelgesicht
 
  Es gibt noch viele andere Stände, mit Gemüse aus der Region, Kartoffeln und Geflügel oder Fleisch. Ich kenne keinen anderen Markt in Hannover, der eine solche herrliche Vielfalt bietet. Er ist stets gut besucht und zieht Käufer auch aus entfernten Stadtteilen an.  
 

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Blumen sind Vitamine für die Seele

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"Der Strauss 1 €!"
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'Gesundbeter gefällig?
 
So weiß ich, dass manche aus Misburg oder dem Philosophenviertel oder Bemerode hier genauso ihren Bedarf decken, wie Studenten, Hausfrauen und -männer, junge Leute, alte Leute, hier ist einfach alles vertreten. Dozenten der Uni sind hier ebenso anzutreffen, wie Herr Doktor A. oder Frau Prof. B und auch der Herr Notar und Rechtsanwalt. Hier werden die wirklich wichtigen Dinge 'des Lebens' mitgeteilt. Für einen kleinen Klönschnack reicht es immer und so machen die neuesten und interessantesten Mitteilungen schnell die Runde. Es sind eben einfach die Dinge, die das Leben ausmachen. Nicht die riesigen Besonderheiten, sondern das ganz banal alltägliche - wie Frau M. hat Zwillinge bekommen, Herr V. ist aus dem Krankenhaus, können ihm ja mal einen Besuch abstatten oder lassen ihn durch seine Frau Genesungswünsche übermitteln.

 
     
 
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Duftorgel - hier Blumen - dort Fisch
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Das fahrbare Café ist stets umlagert
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Bütenträume für jeden Anlass
 
Wer das Eingekaufte nicht tragen kann, dem wird dieses nach Hause gebracht. Wenn dass kein Service ist! Hier ist es möglich, mitten unter dem Jahr noch Kartoffeln zu bestellen. Sie werden einem nach Hause gebracht und wenn's sein muss auch noch bis in die Wohnung. Das nenn ich Service oder?
Im Winter gibt es Tannenbäume von einem Bauern aus dem Umland oder es ist möglich eine freilaufende Gans für Weihnachten zu bestellen oder Lamm im Frühjahr zum Osterfest, eben alles total frisch. Um Weihnachten schwimmen in einer Zinkwanne, mit einem Sprudelschlauch drin, die dicken Karpfen und werden von den kleinen Kindern bewundert oder auch bedauert.
Nicht zu vergessen, wenn dann die tolle Spargelzeit kommt, alles frisch, frischer am frischesten. Morgens noch im Beet gewesen, mittags schon im Kochtopf. Köstlich!
 
 
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Sooo nette Bedienung gibt's nur auf dem Markt
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Spargelzeit - es gibt Mengenrabatt
 
Nebenan biete ein Stand dann gleich den saftigen mild geräucherten Schinken dazu an.
Einer der Kartoffelbauern hatte bis vor einiger Zeit auch 'Henny-Huhn' in einem großen Käfig mit. Die Hühnerdame war die Attraktion bei den kleinen und jüngsten Marktbesuchern. Sie konnten und durften ihr dann immer ein paar Körner zu fressen geben
Es gab sogar einen Standbesitzer, welcher sicherlich zu den ältesten Senioren zählte, mit noch 96 Jahren, kam er mit seiner Frau - ebenfalls schon hoch betagt - an jedem Sonnabend mit seinem Gemüsestand noch mit dem Auto (selbst gelenkt), um in seiner freundlichen Art die Kundinnen und Kunden zu bedienen. Erst ein häuslicher Unfall zwang ihn dazu, diese Tätigkeit aufzugeben. Was von vielen sehr bedauert und mit großer Anteilnahme bedacht wurde.

 
 
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Ausländische Spezialitäten
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Welche soll man heute mitnehmen?
 
Rings um diesen sehr hübsch angelegten Marktplatz stehen noch viele alte Wohnhäuser. Es sind noch etliche von den Kriegsauswirkungen verschont geblieben. Zum großen Teil sind es Backsteinhäuser. Wunderschön anzusehen. Es gibt ein Haus, welches ein richtiges Gesicht zu haben scheint.  
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Ein Haus mit einem Gesicht - Lindner Marktplatz
 
  Auch die Baulücken sind mit Häusern wieder bebaut worden, die den Gesamteindruck nicht stören sondern sich gut einfügen. Zu erwähnen ist, dass mitten auf dem Platz auch noch ein Brunnen mit der Zentralfigur eines Nachtwächters, mit Laterne, Horn und einen kleinen Hund neben sich, steht. Dieser Brunnen ist ein Anziehungspunkt für Alt und Jung.  
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Alles Käse aber klar!
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Um den Markt Brunnen 'volle Pulle'
 
  Eine alte aus gelben Backsteinen gemauerte Villa mit einem alten schmiedeeisernen hohen Zaun schließt diesen Marktplatz nach Norden hin ab. Die Seite nach Süden hin wird durch eine Hauptverkehrsstraße mit Straßenbahnanbindung abgeschlossen.
Jetzt gibt es auch viele kleine Geschäfte, die eine breite Vielfalt an Einkaufsmöglichkeiten und der Gastronomie bieten. Der Laden der Silber- und Goldschmiedin Susanne Nören mit ihrem Lädchen 'Aurix'. Sie fertigt Schmuck und Gegenstände nach ihren eigenen Entwürfen und auch auf Wunsch ihrer Kundinnen und Kunden an.
 
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Aurix - die Silberschmiedin
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Hut Up - mit hippen Kreationen
 
  Dann gibt es da den Laden 'Hut up'. Hier wirkt Astrid Ries, welche mit ihren Kreationen schon Preise gewonnen hat. Sehenswert sowie auch kaufenswert - und zwar nicht nur fürs Pferderennen auf der Neuen Bult in Langenhagen. Hier die homepage:
www.hut-up.de
Hier gibt es einen Schuster, der noch Schuhe flickt und wieder herrichtet, auch für Füße mit Problemen ist er der richtige Mann.
Eine Apotheke 'Marktapotheke' gibt es nun schon seit 20 Jahren. Betrieben von Dr. Ernst mit einem ausgewählt freundlichen Team.
 
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Markt Apotheke - seit 25 Jahren
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Ohne ihn geht nichts - der freundliche türkische Italiener
 
  In einem Laden ist es möglich seine Kopien im Schnellgang anzufertigen. Oder auch Examensarbeiten binden zu lassen - gut für die vielen Studenten, die hier in diesem quirligen Stadtteil wohnen.  
Eine urige Eckkneipe in der Mitte des Marktes hat bei schönem Wetter draußen etliche Tische und Stühle aufgebaut und macht,
vor allem bei jungen Leuten, sicherlich Kasse.
Nebenan gleich ein Café-Bistro mit stets großem Zulauf an Kaffee-Genießern.
Das Restaurant im alten 'Lindener Rathaus' an der Ecke Falkenstraße hat in der freundlichen Jahreszeit ebenfalls Tische und Stühle aufgestellt und man sitzt hier quasi 'mitten im Leben' und kann dem Treiben an den Nicht-Markt-Tagen zusehen.
Hier gibt es auch einen seit langem ansässigen Gastronomen aus Spanien mit seinen mediterranen Köstlichkeiten.
Auch einen Laden mit Zeitungen und Bürobedarf, wo man seine Lotto- und sonstigen Wettscheine aufgeben kann gibt es. Brauchst du Papier oder Karten für jede denkbare Gelegenheit, dann kann man sie hier erstehen.
Dieser Stadtteil Linden - vor allem Linden Mitte - hat sich zu einem attraktiven Teil Hannovers gemausert. Nähe zur Innenstadt, nicht weit ins Grüne - die Kleingarten-Kolonien - der 'Von Alten Garten'. Dann an der Ihme, wo es möglich ist, am Anleger in der Nähe des 'Schwarzen Bären' auch eine Flussfahrt mit einem der Ausflugsdampfern zu unternehmen.
 
 
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Von Alten Garten
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Eingang
 

Auch lässt sich auf kurzem Wege schnell mal eine kleine Radtour unternehmen. Viele Radwege laden dazu ein und schnell ist man mal an der Leine oder auch an den Ricklinger Kiesteichen, welche im Sommer gern auch zum baden oder nur sonnenbaden einladen.
Der Maschsee, Hannovers Haussee, kann genauso mit dem Rad umrundet werden, genauso wie der Georgen- und den Berggarten mit dem Zweirad erreicht werden kann.
Ich liebe meinen Stadtteil und werde in Abständen immer mal wieder von und über ihn berichten. Nur noch zur Anmerkung: Linden war mal das größte Dorf Deutschlands. Und ist erst Anfang des 20. Jahrhunderts von Hannover eingemeindet worden. Aber dazu später einmal etwas.

 

Hanna aus Linden 2005


 
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